Seit dem Kauf meines Dataloggers von RoyalTek habe ich mich mit dem Thema relativ stark beschäftigt.
Durch Zufall hörte ich vom pictoGEO Beta und hab mich auch gleich erfolgreich beworben =)
Hier nun meine ersten Erfahrungen mit diesem Gerät und der dazugehörigen Software.
Im Vergleich mit meinem Logger von RoyalTek wirkt das gleich auf den ersten Blick kleiner und verspielter. Das Gehäuse ist zwar ein wenig breiter, dafür aber kürzer, niedriger und leichter. Wie der RoyalTek hat auch der pictoGEO nur eine Taste, dafür aber 3 getrennte LED für die Statusanzeige. Diese sind angenehm hell und auch bei Tageslicht gut zu erkennen. Bei Dunkelheit kann die blaue LED sogar als schwache Taschenlampe dienen =) (weil sie so hell ist…) Der GPS Chipsatz ist ebenfalls ein SiRFstar III, die Empfangsqualität sollte daher ähnlich gut sein. Größer Unterschied ist die Stromversorgung mit einem Lithium Ionen Akku (700mAh), der RoyalTek verwendet normale Microbatterien. Beides hat seine Vorteile, die Akkulaufzeit muß ich noch testen. Die offizielle Ladezeit beträgt rund 10 Stunden, je nach Akkulaufzeit wäre also ein Zweitakku eine gute Anschaffung.
Zum aufladen wird ein Ladegerät für den Zigarettenanzünder, ein USB-Kabel sowie ein Ladegerät (zum Anschluss des USB-Kabels) mitgeliefert. Zusätzlich befindet sich noch ein Lanyard zum umhängen des Loggers sowie eine Installations-CD im Lieferumfang.
Von der Verarbeitung sind beide Geräte recht ähnlich. Das Gehäuse ist jeweils aus Kunststoff und ist relativ sauber verarbeitet, könnte imho aber einen Tick “Robuster” sein. Dies würde sich zwar negativ auf das Gewicht auswirken, aber so ein Gerät könnte auch mal auf den Boden fallen. Am meisten sorgen habe ich mir beim RoyalTek immer um den Deckel des Batteriefachs sowie die Gummiabdeckungen für das USB-Kabel gemacht. Beides hält beim RoyalTek zwar noch sehr gut, aber sowohl der Batteriedeckel als auch die Gummiabeckung wird regelmässig verwendet. Beim pictoGEO wird das eher kein Problem sein. Zum einen bleibt der Akku im Gerät, zum anderen besitzt der USB-Anschluss keine Abdeckung. Wie sich das auf die Lebensdauer auswirkt kann ich natürlich noch nicht sagen.
Der Speicher des pictGEO soll für 250k Wegpunkte (4 MB) reichen, der des RoyalTek für 400k bis 650k (mit/ohne Geschwindigkeit/Höhe) Wegpunkte. Der Logabstand ist anscheinend fix auf 5 Sekunden eingestellt, beim RoyalTek ist er variabel (1-60 sec) einstellbar. Die Tracks sind dadurch viel gröber und eigenen sich imho nicht so ganz für OpenStreetMap und Co., zum verfolgen eigener Tracks sowie zum Geotagging ist das aber mehr als ausreichend. Wie und ob man Einstellungen ändern kann weiß ich leider noch nicht, theoretisch sollte dies aber möglich sein.
Das Gerät wiegt incl. Akku 53g, der RoyalTek 63g (jeweils ohne Lanyard/Befestigungslasche).
Das war erstmal alles was ich zu den Geräten sagen kann, die Software ist aber auch relativ unterschiedlich. Wie der RoyalTek ist auch der pictoGEO ein “Windows-Only” Gerät, wobei es für den RoyalTek mittlerweile ein Pythonscript zum auslesen und einstellen des Gerätes gibt, man kann den RoyalTek daher problemlos unter MacOS oder Linux betreiben. Ob es so etwas auch für den pictoGEO geben wird kann man jetzt noch nicht sagen.
Die Standardsoftware des pictoGEO (pictoMIO) unterscheidet sich sehr stark vom “Data Downloader” des RoyalTek. Der Downloader ist rein zum auslesen und einstellen des Loggers geeignet, pictoMIO ist aber viel mehr. Zum einen handelt es sich dabei um das *kostenlose* pictoMIO welches quasi ein moderner Bildbetrachter und Verwalter ist. Es verwendet für die Darstellung 3D-Effekte. Fürs Geotagging benötigt man das pictoGEO Add-On, welches pictoMIO zur Geotagging und Logging Software erweitert. Dieses Add-On kann man getrennt kaufen und funktioniert auch mit anderen Geräten, man benötigt seine Tracks lediglich im NMEA-Format.
Der Importvorgang an sich ist recht simpel. Zuerst wird gefragt was man alles importieren möchte. Zur Auswahl stehen zum einen Bilder, zum anderen (wenn man das pictoGEO-Addon hat) GPS-Daten sowie die Tripzuordnungen. Die GPS-Daten werden dann etwa direkt aus einem PictoGEO Data Logger ausgelesen, oder aber aus einer normalen NMEA-GPS-File importiert. Wenn man den pictoGEO ausliest wird der Track direkt im Programm eingefügt, wird aber zugleich innerhalb des Userdirs nach \Documents\Pictomio\Trips\ als normale NMEA-Datei abgespeichert.
Diese kann man dann auf Wunsch auch mit anderen Programmen auslesen ohne die Daten exportieren zu müssen. Innerhalb eines importieren Trips können mehrere Teilrouten existieren. Neue Trips werden beim Aus- und Einschalten angelegt. Man kann später beim Import auch weitere Routen zu einem Trip hinzufügen, z.B. den kompletten Wanderurlaub als einen Trip mit vielen einzelnen Routenteilen.
Meine ersten Testerfahrungen sind recht positiv. Die Routen werden schnell ausgelesen und die GPS-Daten korrekt zugeordnet. Alle Bilder hatten anschließend die Koordinaten in ihren EXIF-Daten. Anschliessend kann man die Programme entweder innerhalb des Programmes betrachten. Zusätzlich bietet das Programme eine Im- und Exportfunktion zu verschiedenen Internetdiensten, zur Auswahl stehen Picasa, photobucket, facebook, flickr und ImageShack (nur Export).
Bis jetzt hatte ich leider noch keine Zeit eine Tour zu laufen um beide Geräte miteinander zu vergleichen, vorhin habe ich aber beide Geräte bei der Autofahrt in die Stadt laufen lassen. Da man hier jedoch mit einer Geschwindigkeit über 50 km/h unterwegs ist zeigt sich gleich der Nachteil des 5 Sekunden Intervalls, wobei dies eher nicht der Standardfall sein wird. Hier mal ein Bild mit beiden Tracks, der blaue Track (1 Sek Intervall) vom RoyalTek, der rote Track (5 Sek Intervall) vom pictoGEO.
Insgesamt bin ich mit dem pictoGEO recht zufrieden. Das Gerät ist schön klein und dank des Akkus ideal für kürzere Touren einsetzbar, vor allem weil man keine Ersatzbatterien mitschleppen muss. Das Geotagging mit der Software pictoMIO läuft sehr schnell und angenehm einfach. Das Gerät funktioniert auch prima in der Hemdtasche und die Koordinaten sind sehr genau. Die Software pictoMIO ist zwar an sich recht “schwergewichtig”, aber trotzdem angenehm schnell und simpel zu bedienen. Einzig beim Uhrzeitabgleich mit meiner Digitalkamera (IXUS 90) habe ich noch Probleme, da keine Sekundenanzeige vorhanden ist. Da wäre ein Uhrzeitabgleich mit Photo sehr ideal. So könnte man einfach eine Funkuhr photographieren und gleicht dann die EXIF-Zeit mit der auf dem Photo ab, schon hat man den genauen Zeitversatz. Ansonsten wäre es in Zukunft noch wünschenswert Wegpunkte im Sekundentakt loggen zu können. Fürs Geotagging reicht der 5-Sek-Takt zwar locker, für OpenStreetMaps (oder andere “genaue” Touren) wär ein Sekundentakt aber wesentlich angenehmer.
Weitere Bilder und Screenshots gibt es wie immer hier.
Weitere Informationen kann man auf http://www.pictomio.com/ finden, dort kann man sich auch sein eigenes Exemplar im Onlineshop bestellen.
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