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Artikel Tagged ‘Kinderporno’

Das Problem mit dem Kinderporno-Filter

Ja, auch ich bin gegen sog. “Kinderporno-Filter” bzw. “DNS-Sperren gegen Kinderpornografie”. Doch habe ich persönlich ein Problem mit der komplette Argumentation rund um das Thema.

Das grundsätzliche Hauptproblem ist (für mich) die Schaffung einer Zensurinfrastruktur, die in Deutschland aktuell in dieser Form noch nicht existiert. Sobald einmal die Filterlisten für Kinderpornografie eingespielt sind ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch andere Problemseiten in dieser unkontrollierbaren Liste landen. Ich denke da speziell an Naziseiten, kritische politische Seiten und mein Blog hier =)

Leider scheint aber ein Großteil der Argumentation sich rund um das Thema Kinderpornografie zu drehen. Für mich liegt da schon das Problem bei der Diskussion mit anderen Personen, denn in der Theorie ist so ein Filter ja etwas positives, schließlich sind Kinderpornos evil und man möchte ja schon instinktiv alles mögliche dagegen tun. Und als Gegner zählt man in Deutschland schnell als Pädophiler. Das die aktuelle Lösung die Zielgruppe in ihrer Tätigkeit nicht einschränkt und auch den Verursachern nicht wirklich schadet, ist imho Nebensache.

Dummerweise sind jetzt aber immer wieder die gleichen Argumente gegen den Filter zu hören:

DNS-Filter lassen sich einfach umgehen

Wenn der Filter soooo einfach umgehbar ist, wieso macht man ihn dann nicht besser? Imho ist genau das die passende Antwort auf dieses Argument. Gleich eine “Firewall” wie in China aufbauen und versuchen, Proxys und VPNs zu verhindern. Für den typischen Internetausdrucker ist der technische Hintergrund doch sowieso egal, Hauptsache es funktioniert.

Das Beispiele mit dem Stoppschild, welches die Inhalte (Bilder/Videos) einfach verstecken

Für einen Leihen ist das doch alles Nebensache. Hauptsache das “Dreckszeug” ist nicht mehr erreichbar bzw. unsichtbar. Und wenns umgehbar ist, dann muss man den Filter eben verbessern.

Löschen statt Sperren

Ok, das Argument macht tatsächlich Sinn, aber auch hier hört man immer wieder die gleichen Begründungen. Meist ist dann immer von Ländern die Rede, bei denen Kinderpornografie rechtlich einfach nicht verboten und das Hosting dadurch legal und unantastbar ist. Das in der Realität in den meisten Ländern auf diesem Planeten Kinderpornografie verboten ist und in den übrigen die Bandbreite wahrscheinlich zu schlecht, spielt auch hier wieder eine Nebenrolle. Selbst wenn nur ein Server auf dieser Erde nicht angreifbar wäre, würde sich ein solcher Filter ja lohnen. Das die meisten ihr Material über Mail, Torrents und anderen Diensten austauschen ist für die “Das WWW ist das Internet”-Generation doch auch kein Argument dagegen.

Die Inhalte bleiben nach wie vor im Netz

Ok, das Argument ist auch stichhaltig, aber dies kann man nicht jedem erklären. Zum einen sind ja manche Politiker dafür, einen Löschversuch zu wagen und erst dann zu sperren. Man könnte jetzt aber natürlich auch einfach vorsorglich sofort sperren, so ist die Seite schon früher nicht erreichbar.

Das oben sind meine Erfahrungen im Umgang mit anderen Personen, denn meiner Meinung nach lassen sich viele Menschen nicht so einfach überzeugen. Selbst viele Jugendliche sehen die Problematik nicht bzw. es ist ihnen schlichtweg egal. Gewählt wird entweder gar nicht oder eben das gewohnte, eventuell halt die “anerzogene” Partei der Eltern. Selbst studierte Informatiker ignorieren das Problem teilweise, man könnte ja meinen diese Zielgruppe wäre automatisch gegen Netzsperren.

Mein Hauptargument ist (wie schon oben erwähnt) die Sorge um die Zensurinfrastruktur, denn ich möchte mir meinen zweiten Lebensraum (also das Internet) nur ungern staatlich einschränken lassen. Die aufgezählten Argumente machen sicher Sinn und für jeden der sich damit auskennt sind auch alle Aussagen wahr, nur versucht das mal einem Internetausdrucker beizubringen….


Wähle Piraten!

Internetzensur in Belgien

23. April 2009 Matthias Pannek 2 Kommentare

Erst vor ein paar Tagen habe ich über die Internetzensur in Deutschland geschrieben. Die Belgier sind da schon ein wenig weiter und filtern bzw. zensieren schon fleißig das Internet.

Der Witz ist:

Zu den ersten Opfern gehört gerade die Seite http://stopkinderporno.eu/.

Ok, Fefe schreibt mittlerweile auch eine Begründung dafür, anscheinend werden dort u.a. Anschriften von Sexualstraftätern veröffentlich, aber man sieht in welche Richtung doch die Filter gehen. Es wird mehr gefiltert als nur Kinderpornographie, und genau aus diesem Grund muss man in diesem Fall von Zensur sprechen. Mit sowas fängt es an und am Ende landet alles auf Liste, was Regierung, Polizei und Mustermann nicht passt….

KategorienAllgemein

Mit Internetfilter gegen Kinderpornographie

18. April 2009 Matthias Pannek 2 Kommentare

Tja, nachdem es in den letzten Wochen ein wenig Still wurde steht es nun fest. Gleich fünf Provider haben den Vertrag unterschrieben und stimmen damit der Zensur zu. Zu den Provider gehören die Deutsche Telekom, Vodafone/Arcor, Hansenet/Alice, Telefonica/O2 und Kabel Deutschland, aber auch viele andere Provider waren bis jetzt nicht abgeneigt und werden wohl in Zukunft ebenfalls das Internet zensieren, nur wenige Anbieter wollen darauf verzichten.

Doch was soll diese Zensur eigentlich bringen? Und wie wird sie umgesetzt?

Ursula von der Leyen scheint zu den typischen Politikern zu gehören, die von Technik keine Ahnung haben. Das “böse” Internet muss natürlich zensiert werden, damit kein Pädophiler mehr Zugriff auf Kinderpornos hat. Wahrscheinlich glaubt Ursula auch, man könne mit Google einfach nach “Kinderpornos” suchen und wäre schon am Ziel. Die Welt könnte ja so einfach sein.

Die Wahrheit sieht leider ganz anders aus. Der Filter wird technisch wohl rein auf DNS-Basis umgesetzt, d.h. die entsprechenden DNS-Einträge werden geändert und zeigen dann auf eine entsprechende Informationsseite. “Dummerweise” wird man aber nicht dazu gezwungen, den DNS seines Providers zu nutzen. Es gibt genug Alternativen, z.B. OpenDNS. Alternative würde es natürlich auch ein Eintrag in der Hostsfile tun, oder man gibt einfach die IP-Adresse der Seite ein (falls kein Virtual Host genutzt wird). Das alles ist keine Kunst und hat natürlich nichts mit einer Umgehung des Filters zu tun, oft genug taugen die Server der Provider nämlich jetzt schon nicht (siehe Kabel Deutschland und die DNS-Zwangsumleitung bei Fehleingaben).

Ein “echter” Filter wäre natürlich sicherer gewesen, also ein Filter der tatsächlichen Verbindung zum Server. Nur wäre da zum einen der Aufwand um einiges höher, und auch ein solcher Filter lässt sich problemlos überwinden. Und auch das ist Kinderleicht. VPN, Proxy oder Tor können auch Kinder problemlos einrichten. Über die Filterlisten selbst, auf denen sich (wie im Ausland) zu 99% “unschuldige” Bilderforen/Linklisten befinden, möchte ich gar nicht erst reden.

Würde Ursula diese Problematik verstehen, wäre sie wahrscheinlich nie auf diese Idee gekommen. Wie wäre es denn mit einem Filter bei der Post bzw. DHL? Schließlich werden damit ebenfalls Bilder und Videos versendet.

Der Internetfilter lässt sich am besten mit einem abgedecktem Bild vergleichen. Das Bild ist immer noch da, nur hängt ein Tuch davor. Das eigentliche Problem wird damit nicht behoben, auch wird sich kein Pädophiler von einem solchen Spielkram abhalten lassen.

Achja, wer mal lachen möchte, dem empfehle ich das Plenarprotokoll vom 26. März 2009 ab Seite 68 :)

Weitere Informationen zum Thema Zensur gibt es auf http://zensurprovider.de/

Und bitte keine Abmahnung wegen Beihilfe =) Nur weil man gegen einen solchen Müll ist, muss man noch lange nicht Befürworter von Kinderpornografie sein…


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