Mit Internetfilter gegen Kinderpornographie
Tja, nachdem es in den letzten Wochen ein wenig Still wurde steht es nun fest. Gleich fünf Provider haben den Vertrag unterschrieben und stimmen damit der Zensur zu. Zu den Provider gehören die Deutsche Telekom, Vodafone/Arcor, Hansenet/Alice, Telefonica/O2 und Kabel Deutschland, aber auch viele andere Provider waren bis jetzt nicht abgeneigt und werden wohl in Zukunft ebenfalls das Internet zensieren, nur wenige Anbieter wollen darauf verzichten.
Doch was soll diese Zensur eigentlich bringen? Und wie wird sie umgesetzt?
Ursula von der Leyen scheint zu den typischen Politikern zu gehören, die von Technik keine Ahnung haben. Das “böse” Internet muss natürlich zensiert werden, damit kein Pädophiler mehr Zugriff auf Kinderpornos hat. Wahrscheinlich glaubt Ursula auch, man könne mit Google einfach nach “Kinderpornos” suchen und wäre schon am Ziel. Die Welt könnte ja so einfach sein.
Die Wahrheit sieht leider ganz anders aus. Der Filter wird technisch wohl rein auf DNS-Basis umgesetzt, d.h. die entsprechenden DNS-Einträge werden geändert und zeigen dann auf eine entsprechende Informationsseite. “Dummerweise” wird man aber nicht dazu gezwungen, den DNS seines Providers zu nutzen. Es gibt genug Alternativen, z.B. OpenDNS. Alternative würde es natürlich auch ein Eintrag in der Hostsfile tun, oder man gibt einfach die IP-Adresse der Seite ein (falls kein Virtual Host genutzt wird). Das alles ist keine Kunst und hat natürlich nichts mit einer Umgehung des Filters zu tun, oft genug taugen die Server der Provider nämlich jetzt schon nicht (siehe Kabel Deutschland und die DNS-Zwangsumleitung bei Fehleingaben).
Ein “echter” Filter wäre natürlich sicherer gewesen, also ein Filter der tatsächlichen Verbindung zum Server. Nur wäre da zum einen der Aufwand um einiges höher, und auch ein solcher Filter lässt sich problemlos überwinden. Und auch das ist Kinderleicht. VPN, Proxy oder Tor können auch Kinder problemlos einrichten. Über die Filterlisten selbst, auf denen sich (wie im Ausland) zu 99% “unschuldige” Bilderforen/Linklisten befinden, möchte ich gar nicht erst reden.
Würde Ursula diese Problematik verstehen, wäre sie wahrscheinlich nie auf diese Idee gekommen. Wie wäre es denn mit einem Filter bei der Post bzw. DHL? Schließlich werden damit ebenfalls Bilder und Videos versendet.
Der Internetfilter lässt sich am besten mit einem abgedecktem Bild vergleichen. Das Bild ist immer noch da, nur hängt ein Tuch davor. Das eigentliche Problem wird damit nicht behoben, auch wird sich kein Pädophiler von einem solchen Spielkram abhalten lassen.
Achja, wer mal lachen möchte, dem empfehle ich das Plenarprotokoll vom 26. März 2009 ab Seite 68
Weitere Informationen zum Thema Zensur gibt es auf http://zensurprovider.de/
Und bitte keine Abmahnung wegen Beihilfe =) Nur weil man gegen einen solchen Müll ist, muss man noch lange nicht Befürworter von Kinderpornografie sein…





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