Die Trächtigkeitsuntersuchung
Unser Kater hatte es nach vielen vielen Wochen endlich geschafft und unsere Missy erfolgreich gedeckt. Anfangs ist uns davon aber nichts aufgefallen, dank dem vielen Fell verlief die Trächtigkeit relativ unbemerkt. Anfang Dezember haben wir es dann aber schon bemerkt und haben für den 17. Dezember 2009 einen Termin bei unserem lokalen Stammtierarzt vereinbart.
Am 17. Dezember wurde dann auch gleich eine Erstuntersuchung durchgeführt und aufgrund des recht großen Bauchumfangs ging man von einem Geburtstermin in den nächsten 7 Tagen aus, zusätzlich empfahl man uns eine Röntgenaufnahme, um den genauen Stand der Trächtigkeit sowie die Anzahl der Kitten feststellen zu können. Diese Aufnahme hat sich im nachherein leider als zu verfrüht herausgestellt, der vollgefressene Magen war größtenteils an dem dicken Bauch schuld. Immerhin konnte man 3 Fruchtblasen erahnen, in einer konnte man schemenhaft auch ein Skelett erkennen. Nun ging man von einer Geburt in rund 2 Wochen aus, also zum Jahreswechsel.
Die nächsten 2 Wochen verliefen problemlos und unauffällig und auch in der ersten Kalenderwoche im neuen Jahr hat sich keine Geburt angekündigt. Zur Sicherheit haben wir deshalb einen neuen Termin bei unserem Tierarzt vereinbart und sollten am 04. Januar 2010 auch gleich vorbeikommen.
Leider war (mal wieder) nur die Stammvertretung in der Praxis anwesend (wechseln sich regelmäßig ab), die sich auch gleich um Missy kümmerte. Schon in den ersten Minuten hörte sich das ärztliche Urteil wesentlich negativer an als bei unserem ersten Besuch. “Irgendetwas stimmt da nicht”, da sich unsere Missy in der Zeit zum negativen verändert hat (angeblich zu schwach/ruhig) und lediglich 400g an Gewicht zugelegt hat. Ärgerlicherweise war die Vertretung auch nicht 100% über den letzten Besuch aufgeklärt, so waren Einzelheiten wie z.B. das Röntgenbild am Anfang völlig unbekannt. Nach Besichtigung des Bildes wurde das Urteil aber noch negativer, man würde wohl schon auf der Aufnahme ein großes Problem bei der Trächtigkeit erkennen können und ging von einer kompletten Fehlgeburt aus. Während das Ultraschall vorbereitet wurde, erklärte man mir die vielen Risiken, die von toten Welpen ausgehen. Bei der im Anschluss stattfinden Ultraschalluntersuchung betätigte sich leider das Urteil. Während der gründlichen Suche (war knapp eine Stunde in der Praxis) fand man 2-3 abgestorbene und fast vollständig zersetzte Welpen. Man zeigte mir die herumschwimmenden Knochenreste in den Fruchtblasen. Man hat mir einen sofortigen Kaiserschnitt mit wahrscheinlicher Komplettkastration empfohlen, um das Leben unserer Katze retten zu können. “Bei Katzen könne man keine Geburt künstlich einleiten”, deshalb wäre dies der einzige Weg. Da es sich um einen sehr ernsten Notfall handele, sollte der Eingriff noch am selben Tag durchgeführt werden. Durch den Feiertag kann der Eingriff aber nicht in der eigenen Praxis durchgeführt werden und ich wurde deshalb an die Tierklinik in Bayreuth überwiesen, zu der ich auch gleich im Anschluss der Untersuchung fahren sollte.
Dort angekommen wartete man schon auf unsere Missy und hat schon Vorbereitungen für die stationäre Aufnahme getroffen. Die Operation sollte noch am gleichen Tag am Abend stattfinden, zusätzlich hat man mir noch eine Blutuntersuchung, Ultraschall und Co. empfohlen, um das Leben unserer Katze nicht zu riskieren. Natürlich wurde ich auch gleich über die Kosten von rund 500 EUR aufgeklärt.
Um 21:30 kam dann ein Rückruf der Tierklinik. Man hat bei der Ultraschalluntersuchung mindestens ein schlagendes Herz erkennen können und möchte deshalb am nächsten Tag eine Progesteronbestimmung durchführen, um die Welpen nicht zu früh auf die Welt zu bringen. Am nächsten Nachmittag wurde diese dann durchgeführt und nach erneutem Röntgen und Ultraschall geht man nun von 2 lebenden Welpen aus, die in rund einer Woche Geburtsreif sein sollen. Man sehe keine Probleme und ich solle doch einfach bis zum Termin warten.
Am 09. Januar um 04:20 war es dann so weit, Missy bekam fast unbemerkt das erste Baby, wenige Minuten später folgte ein weiterer gesunder Welpe. Es gab keinerlei Komplikationen und alles verlief normal, so wie wir es von Anfang an erwartet haben.
Und die Moral von der Geschicht’: Traue deinem Tierarzt nicht….
Wir sind zu unserem Tierarzt, um uns weniger Sorgen machen zu müssen. Für uns war es die erste Tiergeburt und da wollten wir möglichst wenig falsch machen. Dummerweise lief dabei jedoch alles schief, was auch schief gehen kann. Wir bekamen keinerlei gültige Informationen über den Gesundheitszustand unserer Katzen und Welpen, dafür bekamen wir eine komplette Fehldiagnose incl. Horrorstory. Wir haben uns tierische Sorgen gemacht und haben dummerweise auf das Urteil gehört. Als Bonus hat uns der komplette Spaß auch noch 370 EUR gekostet, für nichts und wieder nichts.
Am Ende kann man dennoch froh sein, schließlich sind unsere Missy sowie ihre beiden Welpen am Leben und gesund.
Danken kann man dafür zum einen den Heilige Drei Königen am 06. Januar, ohne diesen Tag hätte man die Operation wohl schon bei unserem Tierarzt durchgeführt. Missy wäre jetzt wohl verstümmelt und die Welpen tot. Zum anderen war dem Tierarzt nicht bekannt, dass man auch bei Katzen eine Geburt durch Medikamente einleiten kann. Ansonsten hätte man wohl sofort damit begonnen… Glück im Unglück halt….











Recent Comments